Bedeutung - Hospizverein Bad Windsheim e.V.

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Bedeutung



Hospizarbeit, wie sie entstand und was sie bedeutet.


Der Begriff Hospiz taucht bereits im 4. Jhrh. n. Chr. auf als Bezeichnung für Herbergen, die von religiösen Orden an den großen Pilgerstraßen bereitgestellt und betreut wurden (St. Bernhard, St. Gotthard). Innerhalb dieser Hospize wurden auch Kranke versorgt ("Mönchsmedizin").

Ende des 1. Jhrt. wurden südlich der Alpen erste Ärzteschulen gegründet, in denen Ordensleute (z. Bsp. Hildegard von Bingen) eine Rolle spielten, bis 1130 den Ordensleuten die Ausübung der Heilkunde verboten wurde.

Ab dem 13. Jhrh. wurden Hospize und Hospitäler nicht mehr nur von Ordenleuten, sondern auch von Gemeinden betrieben. Sterbebegleitung fand inmitten von Durchreisenden, Obdachlosen, Hilfesuchenden, Armen und Kranken statt. Die Spitalkirche Bad Windsheim, Teil des Freilandmuseums (Baugruppe Stadt) steht teilweise auf dem Fundament eines alten Spitals.

1842 fand der Begriff Hospiz erstmals Anwendung als Bezeichnung für "Sterbehäuser".
Häuser zur besseren Pflege Schwerstkranker wurden zuerst in Lyon (Mme Jeanne Garnier), später in Dublin (1879) und in London (St. Joseph's Hospiz; 1905) gegründet. Hier erfuhr Cicely Saunders die Defizite im Umgang mit Sterbenden und begann mit Ihrer Initiative, die letztendlich zur heutigen Hospizbewegung geführt hat.

Cicely Saunders, geboren 1918, Krankenschwester und Ärztin, gründete 1967 das St. Christopher's Hospice in London, welches zum Modell für die sich weltweit ausbreitende Hospizbewegung wurde. Nach unserem Verständnis ist diese Einrichtung, in der mit wissenschaftlichen Methoden die Hospizarbeit erforscht wird, eine Klinik für Palliativmedizin. Sie hat sehr dazu beigetragen, die Schmerztherapie von der Abgabe auf Anforderung (in der Schmerzspitze) auf regelmäßige Gaben in gleicher Dosierung zu ändern und somit die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern.


Definitionen:

Stationäres Hospiz: geführt als eigenständige Einrichtung mit pflegerisch-seelsorgerischem Schwerpunkt ohne Anbindung an eine Klinik; Ärzte sind im Stellenplan nicht vorgesehen, die ergütung erfolgt nach § 39a SGB V. Die palliativ- medizinische Versorgung erfolgt durch Hausärzte und/oder SAPV-Teams.

Stationäre Hospize in Bayern finden Sie unter:
http://www.stmug.bayern.de/gesundheit/krankenhaus/adressen/adressen.htm?aus=8


Ambulante Hospizarbeit

Unter ambulanter Hospizarbeit versteht man die Unterstützung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen Zuhause oder in einem Pflegeheim/Krankenhaus durch Besuche ehrenamtlicher HospizhelferInnen. Der Hospizverein Bad Windsheim arbeitet hier eng mit dem Hospizverein Neustadt/Aisch zusammen. Die Koordinatorin erreichen Sie unter 09161-629 09 oder 0176-202 707 10

Einen guten Einstieg in die ambulante Hospizarbeit können Interessierte durch die Übernahme von Besuchsdiensten bei Menschen erreichen, die zum Beispiel keine Angehörigen haben, alleine in der eigenen Wohnung oder in einem Pflegeheim leben, wenig Besuch bekommen und nicht mehr so beweglich sind, dass sie das Haus ohne Hilfe verlassen können.

Der Hospizverein Bad Windsheim bietet regelmäßige Treffen für den ehrenamtlichen Besuchsdienst an. Neben den Aktiven sind auch Interessierte herzlich eingeladen. Termine :  hier klicken

Wenn Sie gerne jemanden besuchen möchten, helfen Ihnen Ihre PfarrerInnen oder die Heimleitung/ Pflegedienstleitung eines Pflegeheimes weiter. So können Sie Menschern kennen lernen, die sich über Ihren Besuch freuen und die Sie je nach Lust und Zeit besuchen können.

Definition Palliativ: (lat. bemäntelnd) ist in der Medizin die Bezeichnung für Maßnahmen, die nicht die Ursache sondern die Symptome einer Krankheit behandeln, z. Bsp. Schmerztherapie.
Weitere Informationen im Internet:  http://www.palliativ-portal.de/Definitionen

Palliativstation :
Spezielle Station innerhalb einer Klinik mit palliativmedizinischem und pflegerisch-
seelsorgerischem Schwerpunkt. Jeder Hausarzt kann eine Einweisung ausstellen. In Frage kommt ein
Aufenthalt auf einer Palliativstation für Menschen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden und
deren Symptome so schwerwiegend sind, dass eine Behandlung durch den Hausarzt nicht
ausreichend ist. Häufige Symptome bei Einweisung sind:

- Schmerzen
- Übelkeit/Erbrechen
- Verdauungsprobleme
- Atemnot usw.

Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität.

Palliativstationen und SAPV-Teams in Bayern finden Sie unter:
http://www.stmug.bayern.de/gesundheit/krankenhaus/adressen/adressen.htm?aus=5


SAPV:

Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung. Sie dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

Sie richtet sich an Palliativpatienten und deren soziales Umfeld, wenn die aus dem Krankheitsverlauf resultierenden Probleme den Einsatz eines spezialisierten Palliativteams (Palliative Care Team) notwendig machen - vorübergehend oder dauerhaft.

SAPV erfolgt durch ein spezialisiertes Team und beinhaltet insbesondere spezialisierte palliativärztliche und palliativpflegerische Beratung und/oder (Teil-Versorgung, bis hin zu einem umfassenden, individuellen Unterstützungsmanagement. Sie beinhaltet eine 24-stündige Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche. Seit dem 01.04.2007 steht jedem Bundesbürger in Deutschland per Gesetz ein Recht auf eine spezialisierte ambulante palliative Versorgung zu. Leider ist bis heute die Anzahl der SAPV-Teams nicht ausreichend, so dass in vielen Landkreisen kein solches Team zur Verfügung steht.





 
 
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